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Gourmet-Klöße aus Thüringia (Thüringer Klöße)

   Brekik

Wenn du in Thüringia zu Besuch bist, dann nenne nie einen echten Thüringer Kloß einen Knödel - das könnte die Hausherrin als Beleidigung auffassen.

Echte Thüringer Klöße sind eine Mischung aus 2 Teilen rohen, geriebenen Kartoffeln und einem Teil gekochter Kartoffeln.

Die rohen Kartoffeln werden gerieben, was aber nur noch halb so schlimm ist, wenn man einen elektrischen Entsafter /Saftzentrifuge hat. Der Saft wird aufgefangen und still stehen gelassen, bis sich die Stärke am Boden abgesetzt hat. Das Wasser darüber wird abgegossen und die Stärke kommt dann zur geriebenen Kartoffelmasse dazu. Ebenso etwas Salz.

Die gekochten Kartoffeln werden zerstampft/püriert, bis man einen Kartoffelbrei hat. Dieser kommt möglichst heiß auch zu der trockenen Masse dazu. Alles wird dann verknetet, bis man einen griffigen Teig hat. Dann formt man daraus Klöße, d.h.

1. eine große Murmel machen,
2. drückt man in die Mitte der Murmel ein Loch mit dem Finger rein und stopft geröstete Brötchenstücke hinein. (Croutons) Diese sorgen dafür, das die Klöße innen durch/gar sind.

Echte Thüringer Klöße haben die Größe von ca 10 cm. Früher hieß es: "groß wie ein Kinderkopf...", aber dabei besteht immer das Risiko, das sie innen dann nicht gar sind. Kleiner als 10 cm sollten sie aber nicht sein...

Die Klöße werden in fast kochendes Salzwasser gelegt, welches aber nicht richtig kochen darf, sonst zerkocht alles zu Brei. Nur behutsam köcheln lassen. Erst versinken die Klöße auf dem Grund des Topfes. Wenn sie gar werden, steigen sie freiwillig auf. Das dauert etwa 1 Stunde.

Die fertigen Klöße auf dem Teller nicht mit einem Messer zerschneiden, sondern mit 2 Gabeln behutsam auseinander zupfen. Nur kleine Stückchen mit dem Messer bearbeiten.

Zu echten Klößen braucht man vieeeel Soße. Die Soße ist bei den Klößen sowieso immer das Beste/Wichtigste... jedenfalls für Thüringer!
Schade, dass man immer Fleisch für eine gute Soße braucht...ich könnte sonst drauf verzichten...
Dann haut man rein....

Tip für Croutons: In den meisten Rezepten für Croutons steht, dass man sie in Butter anbraten soll. Also Butter in die Pfanne, Brotwürfel rein. Ein Sterne-Koch gab mir jedoch den Tip, es einmal andersherum zu probieren. Also so:
Brot würfeln und in einer Pfanne OHNE Fettzugabe anrösten. Erst zum Schluss die Butter zugeben und fertigbraten.
Das hat den Vorteil, dass sich das Brot nicht so schnell mit Butter vollsaugen kann und stattdessen schön knusprig wird.